Was ist der Unterschied zwischen systemischem und Lösungsorientiertem Coaching?

Zunächst einmal haben beide gemeinsame Ursprünge und Wurzeln.

Systemisches Coaching konzentriert sich jedoch unter anderem darauf, die problematische Ist-Situation einer Kund*in zu klären, die systemische Eingebundenheit und Wechselwirkungsprozesse zu verstehen, konkrete Ziele für die Lösung zu erarbeiten und die entsprechenden Handlungsschritte zu deren Verwirklichung zu entwickeln.

Lösungsorientiertes Coaching in der von uns vertretenen Form verzichtet vollständig auf diese Elemente. Es fragt nicht, in welchen Kontexten und mit welchen Personen ein Problem auftritt, welche Funktion oder bewusste und unbewusste Vorteile es hat, um dann auf der Grundlage dieses Wissens ausgewählte Interventionen zu setzen. Es ist systemisch in dem Sinne, als es die Komplexität des biologischen Systems Mensch akzeptiert und die Grundannahme ernst nimmt, dass nur Impulse und Anregungen für eine Veränderung gesetzt werden können. Eine unmittelbare und direkte Planung und Steuerung von Veränderungsprozessen ist nicht möglich. (Mehr dazu im Blog: Ein etwas anderer Blick auf Veränderung)

Lösungsorientiertes Coaching fragt danach, durch welche Impulse diese Selbstorganisation angeregt und intensiviert werden kann, damit die dem Menschen eigenen Entwicklungspotenziale (wieder) freigesetzt werden und er sich so aus sich selbst heraus weiterentwickeln kann. Es fragt und beschäftigt sich mit seinen größten Hoffnungen, seiner erwünschten Zukunft, seinen besonderen Stärken, der Aktivierung vorhandener Energien und hilfreicher Ressourcen und der kleinen und kleinsten Schritte, die er bereits schon jetzt ausführt.

Von diesem Ansatz her gibt es Überschneidungen mit systemischen Methoden wie der Wunderfrage oder dem Einsatz von Skalierungsfragen, doch werden diese alleine dazu eingesetzt und ausgewählt, um das Potenzial der Kund*in für ihre eigenen Lösungen und Möglichkeiten aufzudecken und weiterzuentwickeln.

Ist dies erfolgt, bedarf es keiner Planung konkreter Veränderungswege. Diese können und werden getrost der kompetenten Kund*in überlassen bleiben. Lösungsorientiertes Coaching bedarf mit dieser Ausrichtung nur weniger Coachingsitzungen. Es vertraut auf die Expertise der Kund*innen für ihr eigenes Leben, die sich bereits in unzähligen Situationen bewährt hat. So können sie sich nun erneut auf den für sie einzigartigen Weg ihres weiteren Wachstums machen.